01.03.2017

Feedback-Interview zum Seminar am 16.02.2017 "´BIM - Building Information Modeling auf Mehrwerte getrimmt"

Referent: Jakob Przybylo

Jakob Przybylo ist Architekt und berät Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft zur strategischen Ausrichtung hinsichtlich BIM (Building Information Modeling). Er ist Mitglied des VDI-Koordinierungskreises BIM sowie stellvertretender Vorsitzender des buldingSMART e. V., hier setzt er sich etwa für offene BIM-Standards und die Vernetzung im Bauwesen ein. Insa Lüdtke sprach mit ihm über seine Eindrücke zu seinem Seminar „BIM auf Mehrwerte getrimmt“.

HERR PRZYBYLO, ALLE REDEN VON BIM - WAS IST HIER IHR ANSATZ?
BIM ist vielfältig, es gibt hier ganz unterschiedliche Perspektiven. Zudem ist aktuell viel in Bewegung: Standards werden formuliert, bei Softwareentwicklungen gibt es stets eine große Dynamik. Meiner Meinung nach ist die allgemeine Wahrnehmung aber noch nicht da, wo es sein sollte: BIM als Teil der digitalen Transformation – also etwas viel Größerem, was ein Unternehmen auf allen Ebenen betrifft. 

Es geht also zunächst nicht so sehr um technische und operative Aspekte, sondern vor allen Dingen um strategische und um unternehmerische Aufgaben und Herausforderungen. BIM muss vor allem Chefsache sein – zum Beispiel auch etwa im Hinblick auf die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

APROPOS GESCHÄFTSFELDER, WIE WIRD SICH DIE ROLLE DES PLANERS UND DES BAUHERRN DURCH BIM VERÄNDERN?
BIM hat für den Betreiber eine andere Bedeutung als für den Planer oder gar Generalplaner. Der Planer hat eine besondere Chance und Herausforderung zugleich. Er ist derjenige, der mit seiner Datenqualität viel stärker langfristige Optimierungspotentiale über den gesamten Lebenszyklus anlegen kann. Der Bauherr wird hingegen der ganz große Gewinner durch BIM. Mit der richtigen Vorbereitung hat er bereits heute eine viel höhere Kostensicherheit und Qualität zum gleichen Preis. Langfristig spart er auch Geld und Zeit. Wir werden noch so einige spannende Entwicklungen erleben.

WIE HABEN SIE DIE TEILNEHMER IM HINBLICK AUF BIM ERLEBT?
Ich habe sie als neugierig und offen empfunden! Es hat Spaß gemacht. Viele hatten durchaus konkrete und dringende Fragen, letztlich kann ein solches Seminar aber nur der Anfang für den Einstieg in das Thema sein. Ich verstehe mich in dem Zusammenhang eher als Coach – der keine fertigen Lösungen mitbringt, sondern Eigenständigkeit anregt und Prozesse begleitet.

20.02.2017

Feedback-Interview zum Seminar am 13.01.2017 "Moderation von Besprechungen"

Trainerin: Carmen Kauffmann

Carmen Kauffmann ist seit 1995 selbständige Trainerin und Coach mit Schwerpunkten im Bereich Kommunikation, Rhetorik, Verhandlungstraining, Diplomatie und Frauen in Führung. Frau Kauffmann studierte Rhetorik und Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen, mit ihr sprach Insa Lüdtke über ihre Eindrücke zum Seminar „Moderation von Besprechungen“.

FRAU KAUFFMANN, WORUM GEHT FÜR DEN MODERATOR EINER BESPRECHNUNG? 
Letztlich geht es zumeist darum, sich seiner Rolle oder besser gesagt seiner Doppelrolle bewusst zu werden – zum einen als neutraler Moderator und zum anderen als Akteur im Projekt.

Um diese Doppelbelastung ganz praktisch ein wenig zu entschärfen, kann der Moderator das Protokoll live – auf die Wand projiziert – am Rechner in Echtzeit schreiben. So entstehen immer wieder Pausen in der Diskussion und die Gruppe kann sich gleich zu den niedergeschriebenen Vereinbarungen verständigen. Alternativ kann auch ein anderer Teilnehmer aus der Runde das Protokoll übernehmen und so den Moderator in diesem Aspekt ein wenig entlasten.

GIBT ES EINEN AUSWEG, MIT DER HERAUSFORDERUNG DER DOPPELROLLE UMZUGEHEN?
Es ist wohl aussichtslos, diese Rollen miteinander in Einklang bringen zu wollen. Im Gegenteil geht es darum, mit diesem Phänomen authentisch und transparent umzugehen. So kann der Moderator für alle erkennbar immer wieder von der einen in die andere Rolle wechseln. Das kann er verbal lösen, indem er sich in der einen oder in der anderen Rolle zu Wort meldet. Oder er kann dies für alle sichtbar tun, in dem er in der Rolle des Moderators immer aufsteht, um den nächsten Tagesordnungspunkt anzusprechen oder in die Diskussion steuernd einzugreifen – sobald er sich wieder setzt, ist er einer der Projektbeteiligten.

WAS WÄRE NOCH WICHTIG FÜR EINEN GUTEN MODERATOR EINER BESPRECHUNG? 
Die wörtliche Bedeutung von „moderieren“ ist ja „ausgleichen“. So kann es für den Moderator einer Besprechung notwendig sein, einen Konflikt von zwei Teilnehmern als neutraler Part zu besänftigen oder wenigstens zu deeskalieren. Die Aufgabe des Moderators ist es dann, auf der Meta-Ebene die unterschiedlichen Aspekte und Facetten der Positionen transparent zu machen, die Zielorientierung herzustellen und sie zu bitten, einen persönlichen Konflikt gegebenenfalls extern zu klären.

Letztlich geht es für den Moderator darum, dem Zweck der Besprechung Raum zu geben und ein Gespür davon zu bekommen, worum es gerade eigentlich geht – Stichwort „Hidden Agenda“. Wenn es also auf der Beziehungs- oder Statusebene um Machtspiele geht, die mit dem Projekt und der Besprechung nichts zu tun haben. Dass es beim Moderieren um zahlreiche Kompetenzen geht, wurde für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Tag deutlich. Dafür braucht es natürlich mehr Zeit, mit zunehmender Erfahrung – sicherlich einhergehend mit fortschreitendem Alter – wird sie wachsen.

1. Netzwerkabend 2017 am 24.01.2017

BAUEN ODER NICHT BAUEN – IST DAS HIER DIE FRAGE?

OFFEN BLEIBEN FÜR OPTIONEN, BEDARF UND NUTZUNG IM BLICK!

UNTER DEM MOTTO „VERBIETET DAS BAUEN“ STARTETE DIE 360AKADEMIE MIT IHREM 1. NETZWERKABEND INS NEUE JAHR. DER AUTOR DES GLEICHNAMIGEN BUCHES STELLTE SICH IM NACHGANG AKTEUREN AUS DER STUTTGARTER PLANUNGSPRAXIS UND IMMOBILIENWIRTSCHAFT.

In Zeiten angespannter Wohnungsmärkte und dem Aufschrei nach bezahlbarem Wohnraum erscheint es abwegig, ein Bauverbot auszusprechen. Daniel Fuhrhop tut es dennoch und zeigte anhand einiger Beispiele, wie Investitionen für Neubauprojekte an anderer Stelle Leerstand nach sich ziehen können oder Leere durch unbelebte Räume entstehen kann. „Den Potentialen im Bestand wird zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet,“ brachte Fuhrhop seine Kernthese auf den Punkt.

NUTZERBEDÜRFNISSE OFTMALS ZU WENIG BEACHTET

Es werde nicht nur zu viel und an den falschen Stellen und oftmals ohne Kontext etwa eines Quartiersansatzes gebaut, auch die ökologischen Folgen werden nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem werde einfach vielfach am Bedarf vorbeigeplant, ohne rechtzeitig die tatsächlichen Nutzerbedürfnisse zu erfassen. Planer und Bauherren schenken auch den Kosten für den Betrieb einer Immobilie am Anfang einer Planung nicht die ausreichende Aufmerksamkeit. Fuhrhop, Betriebswirt und ehemals Architekturbuchverleger, hat insgesamt 50 Werkszeuge, die Neubauten überflüssig machen sollen, im Sinne von Anregungen und Best-Practice-Beispielen zusammengetragen wie zum Beispiel durch Umnutzen, Umbauen, Umziehen bis hin zum Teilen von Räume.

Man könne den Markt nicht ausblenden, warnte Helmuth Caesar, technischer Geschäftsführer SWSG Städtische Wohnungs- und Städtebaugesellschaft Stuttgart. Gerade die kommunale Wohnungswirtschaft verstehe sich als Bestandshalter für den Bestandserhalt. Eine Anpassung sei zudem keinesfalls günstiger als Neubau, oftmals stehe Aufwand und Mehrwert einer Sanierung in keinem Verhältnis. „Dennoch stellen wir uns der Herausforderung von Bestandsanpassungen im bewohnten Zustand.“ Wir sollten uns dennoch fragen, wie wir heute bauen sollen, damit sich unsere Kinder in Zukunft nicht die Frage stellen müssen, das Bauen zu verbieten. Dr. Detlef Kron, Amtsleiter für Stadtplanung und Stadterneuerung Stuttgart, appellierte: „Eigentum verpflichtet, Bauherrn sind gefordert, als Stadt können wir nur den Rahmen vorgeben.“ Dennoch kann die Politik auf gesellschaftlicher Ebene Akzente setzen im Hinblick auf Baukultur. Hier gehe es aber nicht um ein „Entweder Oder“, sondern um ein verträgliches Maß von Neubau und Bestandsentwicklung.

MUT ZUR VERDICHTUNG UND QUALITÄT

Ute Michaelsen, freie Architektin, sprach sich dafür aus, mutiger zu sein im Hinblick auf Verdichtung. „Dabei sollte Bauen keine temporäre, sondern eine langfristige Angelegenheit bleiben“, unterstrich die Mitinhaberin des Stuttgarter Büros MHArchitekten: „Dass Qualität Zeiten überdauert, beweisen uns noch heute Gebäude aus der Gründerzeit.“ Bauen müsse man aber nicht verbieten, „hierzulande vergehen für diesen komplexen Prozess viele Jahre von der Genehmigung, über die Planung bis zur Fertigstellung“, meinte Thomas Kiwitt, Leitender technischer Direktor Verband Region Stuttgart als Träger der Regionalplanung und Standortvorbereitung. „Wer baut, ist sich seiner Verantwortung durchaus bewusst“, betonte Kiwitt. Dennoch bedeute Bauen auch das Vorhalten von Infrastruktur wie etwa Mobilität. Hier gelte es, die gesellschaftlichen Bedürfnisse wie etwa urban und gleichzeitig naturnah zu wohnen mit kurzen Arbeitswegen und einer vielfältigen Nahversorgung in Einklang zu bringen.

FEHLER MACHEN UND AUS FEHLERN LERNEN

Stadt sei seit jeher geprägt vom Wandel - „Leerstand muss dabei nicht per se schlecht sein“, stellte Frank-Peter Unterreiner, Chefredakteur Immobilienbrief Stuttgart, fest. Als Beobachter und zugleich als Sprachrohr der Stuttgarter Immobilienwirtschaft plädierte er dafür, sich beim Planen und Bauen zu erlauben, auch Fehler zu machen und aus diesen Fehlern wieder für die Zukunft zu lernen. Um Fehlentscheidungen von morgen zu vermeiden, erklärte Evmarie Zell, Immobilienfachwirtin und Geschäftsführerin Kubus360 GmbH, sei es heute entscheidend, der Trägheit von Immobilien ein gewisses Maß an Flexibilität schon zu Beginn einzubauen. Für Tragstruktur, Erschließung und Versorgungsleitungen sollte man verschiedene Nutzungszyklen und ihre unterschiedlichen Anforderungen im Vorfeld berücksichtigen. In Zukunft gehe es dann vielleicht gar nicht mehr um die Frage „Bestand oder Neubau“? Stattdessen heißt es, offen für verschiedene Optionen zu bleiben, und vielmehr den Bedarf und die Nutzung im Blick zu haben.

Feedback-Interview zum Seminar "Brandschutz in der Gebäudetechnik" am 17.11.2016

Bernd Prümer ist seit 1999 Inhaber der Firma Brandschutz.org, daneben ist der Berater als Fachbuchautor und Dozent für vorbeugenden Brandschutz sowie in der Grundlagenforschung aktiv. Mit ihm sprach Insa Lüdtke über seine Eindrücke zum Seminar Brandschutz in der Gebäudetechnik.

WAS WAR AUS IHRER SICHT DER BRENNENDE PUNKT ZUM THEMA FÜR DIE TEILNEHMER?
Vielleicht zunächst wenig überraschend, sind Brandschutzmängel kein Kavaliersdelikt! Brandschutz beginnt in der Planung. So einfach diese Einsicht erscheinen mag, war das wohl die Haupterkenntnis.

Ein Gutachten kann keine Zulassung ersetzen, es kann nur Ansätze für alternative Lösungen vorschlagen. Was der Gutachter kann, kann aber auch der Planer! Bei Brandschutz geht es nicht nur um Fachkenntnis sondern auch um das nötige Selbstbewusstsein. Ich sehe also keinen Grund, als Planer sein Licht unter den Scheffel zu stellen!

WO LAG BEIM SEMINAR INHALTLICH DER FOKUS? 
Letztlich geht es immer darum, in einem sehr engen Korsett, Kompromisse zu treffen. Dabei bleibt uns dann die Freiheit, sich ans Merkblatt zu halten... Im Seminar haben wir uns exemplarisch kritische Situationen in Gebäuden wie etwa die Optimierung von Fluchtwegen oder die Einbettung technischer Anlagen und ihrer Brandgefahren sowie die Führung von Leitungen durch bauaufsichtlich benannte Bauteile diskutiert. Optimal wäre für ein nächstes Mal, wenn die Teilnehmer im Vorfeld konkrete Beispiele heraussuchen, die ich in die Vorbereitungen aufnehmen kann.

HERR PRÜMER, SIE SIND JA AUCH IN DER FORSCHUNG AKTIV - WIE GENAU LÄSST SICH VORBEUGENDER BRANDSCHUTZ ERFORSCHEN? 
Beratung, Grundlagenforschung, Entwicklung rund um das Thema Brandschutz sind die Themen, mit der sich die brandschutz.org befasst. Das Unternehmen sitzt auf einem der interessantesten Forschungsgelände, das man in Deutschland überhaupt finden kann: Dem deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt e.V., genauer dem Technologie-Transfer-Zentrum des DLR. Nicht etwa in Kourou sondern genau hier - versteckt in einem schwäbischen Wäldchen werden die europäischen Weltraumraumantriebe entwickelt und getestet, man braucht sich also nur von dem innovativen Geist anstecken lassen...

25.11.2016

Feedback-Interview zum Workshop "Bewusst im Körper - durch physischen Ausgleich zu mehr Präsenz" am 12. + 13.10.2016

Dr. Georg Kwiatkowski, promovierter Chemiker und Heilpraktiker, arbeitet seit 25 Jahren als ganzheitlicher Sehtrainer, Feldenkrais-Pädagoge und Stimmtrainer. Mit ihm sprach Insa Lüdtke über seine Erfahrungen im Rahmen des zweitägigen Seminars „Bewusst im Körper – durch physischen Ausgleich zu mehr Präsenz“.

HERR KWIATKOWSKI, WORUM GING ES IHNEN IN IHREM SEMINAR? 

Während des Seminars gab ich den Teilnehmern die Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen mit den positiven Auswirkungen ihrer Körperwahrnehmung zu machen.
Dann stellte ich eine grundsätzliche Grafik in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Auf dieser Grafik wird die Entwicklung von Verspannungen im Verlauf eines Arbeitsprozesses dargestellt, der nicht von kurzen Pausen unterbrochen wird. Als Alternative erläuterte ich ebenfalls an Hand einer Grafik die Wirkung von Sekundenpausen, die diesem zunehmenden Verspannungsverlauf entspannend, senkend, entgegenwirken.

Ich verlies darauf kurz den Raum, um eine solche eben theoretisch erläuterte Pause praktisch erlebbar zu machen. Durch dieses etwas abrupte Geschehen im Seminarablauf lenkte ich die Aufmerksamkeit  der Teilnehmer ganz bewusst auf Bedeutung und Wirkung der Pause.

Das Ergebnis solcher Sekundenpausen ist zusätzlich zur Unterbrechung des ansteigenden Verspannungslevels gesteigerte Konzentration und Leistungskraft. Weiterhin erfolgt sogar der Abbau bereits chronischer, unterschwelliger Verspannungen, sowohl im Rücken als auch im Bereich des Sehvermögens. Der negative Beigeschmack, den eine inoffizielle Kurzpause sonst hätte, wird dadurch annulliert.


WIE LÄSST SICH DIESER ANSATZ MIT DEM STEIGENDEN DRUCK IN DER ARBEITSWELT VERBINDEN?

Ich sehe keinen Widerspruch, ohne Regeneration können wir nicht effektiv arbeiten. Effizienz ist das Stichwort: gerade die Effizienz der Sekundenpausen wurde erlebt und an Hand verschiedener Beispiele bereits für den künftigen Arbeitsalltag trainiert. Dabei ist es auch wie in anderen Lebensbereichen, weniger ist mehr.

Ich vermittelte den Teilnehmern immer wieder sorgsam auf ihr Befinden zu achten und stets weit unterhalb  schmerzhafter Grenzen in ihren Ausgleichsbewegungen zu bleiben. Selbst bei bereits bestehenden körperlichen Beschwerden kann auf diese Weise mit langsamen angedeuteten, kleinen Bewegungen in Sekundenpausen eine Ausbalancierung erreicht werden. Das bedeutet: die Schultern werden wieder locker, die Haltung wird aufrechter, das Sehen wieder leichter und die Konzentrationskraft steigt.

WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES, DIESE ERFAHRUNGEN IM ALLTAG ZU ETABLIEREN?

Entscheidend ist, dass die Teilnehmer für sich selbst Rituale entwickeln, die dann Routine werden. Das verstehe ich nicht als feste Übungsfolge, sondern es geht vielmehr darum, sich stets aufs Neue zu fragen, was gerade im Augenblick von denen im Seminar erlernten Bausteinen benötigt wird. Also auch Kreativität ist gefragt. Das geht alles ganz diskret, selbst im Auto oder im Meeting. 

Nach einer Übung frage ich die Teilnehmer immer wieder, wie es ihnen gerade in diesem Augenblick geht. Das erscheint für die Meisten zunächst ungewohnt. Ich möchte damit erreichen, dass die Teilnehmer diese Frage verinnerlichen, so das dadurch ihre Achtsamkeit gegenüber ihrem aktuellen Befinden generell steigt. Dann, so meine Hoffnung und auch Erfahrung, spüren die die Teilnehmer bereits lange bevor sich eine Verspannung manifestiert und somit schmerzhaft werden könnte, dass eine aktive Entspannungspause benötigt wird. Die Teilnehmer sind dadurch präsenter an ihrem Arbeitsplatz, was nicht nur nach innen wirkt, sondern auch ausstrahlt.

25.11.2016

Feedback-Interview zum Workshop "Performance Training" am 29.+30.09.2016

Carmen Kauffmann studierte Rhetorik und Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen, seit 1995 ist sie selbständige Trainerin und Coach u. a. mit den Schwerpunkten im Bereich Kommunikation, Rhetorik, Verhandlungstraining, Diplomatie und Frauen in Führung. In Kooperation mit Prof. Kirsten Ecke, Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie, begleitete Carmen Kauffmann die Teilnehmer wie schon im letzten Jahr durch das zweitägige Seminar „Performance Training“. Mit ihr sprach Insa Lüdtke über ihre Eindrücke.

FRAU KAUFFMANN, BEREITS IN 2015 HATTEN SIE DAS SEMINAR ANGEBOTEN. WIE WAR IHR EINDRUCK AUCH IM VERGLEICH ZUM LETZTEN JAHR? 
Es war sehr lebendig aber noch knackiger als zuletzt – wir haben das Seminar noch passgenauer auf die Zielgruppe zugeschnitten. Frau Ecke und ich hatten uns im Vorfeld noch einmal abgestimmt und die Inhalte gestrafft und konkretisiert. So konnten wir noch intensiver und zielgerichteter und gleichzeitig ruhiger arbeiten.

GEHT ES HEUTE WIRKLICH UM „PERFORMANCE“ ODER NICHT VIEL MEHR UM AUTHENTIZITÄT?
Diese beiden Aspekte schließen sich keinesfalls aus – im Gegenteil! In Zeiten sich auflösender Hierarchien in der Arbeitswelt geht es mehr denn je in fast allen beruflichen Zusammenhängen darum, eigenständig vor anderen aufzutreten. Wir verstehen das bereits heute als eine entscheidende Schlüsselqualifikation. Dabei geht es nicht vordergründig darum, dass ich „gut aussehe“, sondern ob ich Vertrauen gewinnen und eine Beziehung zu meinem Gegenüber aufbauen kann.

Das fängt morgens am Telefon an, geht weiter mit dem internen Team-Meeting und der Projektbesprechung mit Kooperationspartnern bis hin zum Akquise-Termin am Nachmittag, bei dem das Konzept für einen vielversprechenden Neuauftrag zu präsentieren ist. Selbst nach Feierabend verlangt so manches Abendevent nach dem guten Auftritt. Eine gute Performance ist authentisch, es geht also um Glaubwürdigkeit - nicht um Perfektionismus!

WO GENAU SEHEN SIE DEN MEHRWERT DES SEMINARS FÜR DIE TEILNEHMER? 
In erster Linie geht es darum, sich selbst bewusster zu sein bzw. zu werden – es geht also um das eigene Selbstwertgefühl. Es zu stärken, ist ein sensibler Prozess – in den beiden Tagen können wir hier sicherlich nur erste Anstöße geben. Uns ist es zunächst wichtig hinzuschauen, wann etwa im Hinblick auf Erwartungsdruck oder nicht ausreichende Wertschätzung Stress entsteht. Letztlich geht es um „Achtsamkeit“: Wer ohne Wertung wahrnimmt, welche Gefühle Situationen in mir wecken, macht den ersten Schritt hin zu mehr Präsenz.

15.11.2016

3. Netzwerkabend 2016 am 25. Oktober 2016

„ ENTSCHEIDEN ALS LEBENDIGER UND INTERAKTIVER PROZESS!“

DER 3. NETZWERKABEND STELLTE SICH KÜRZLICH DEM THEMA „ENTSCHEIDEN IN DER ARBEITSWELT VON MORGEN“. DIE VERANSTALTUNG FAND DIESMAL IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER STUTTGARTER UNTERNEHMENSBERATUNG MANAGEMENT PARTNER - EINEM DER NETZWERKPARTNER DER 360AKADEMIE –STATT.

Der gesamte Planungs- und Bauprozess und nicht zuletzt der Betrieb einer Immobilie einer Immobilie ist über einen Zeitraum von rund 20 Jahren ein kontinuierlicher Entscheidungsprozess mit zahlreichen aufeinander aufbauenden Einzelentscheidungen. Zwar geht es bei Bauvorhaben grundsätzlich darum, langfristig und nachhaltig zu denken. Da die äußeren Faktoren aber immer volatiler werden, wird gleichzeitig in kurzfristigen Einheiten gedacht, um immer wieder neu abwägen zu können.

Nicht nur beim Planen und Bauen - auch im Management von Unternehmen und Organisatoren allgemein ist diese Veränderung des Strategieverständnisses zu beobachten: Entscheidend sei es, so Alexander Vogl, Unternehmensberater und Gesellschafter von Management Partner, die unternehmerische Ambition im Sinne eines Zielbildes zu klären. Ein Wertesystem schaffe die nötigen Leitplanken, um nicht vom Weg abzukommen, auch wenn dieser nicht immer geradeaus führt. Dabei gewinnen weiche Faktoren immer mehr an Bedeutung: Unterwegs gelte es, sich Spielräume zu erhalten und mit allen Sinnen wachsam zu bleiben für Fakten und für leise Signale und für Stimmungen. Diese Fähigkeit zeichne agile Organisatoren aus.

Entscheidung Teil eines Entscheidungsprozesses

Selbst eine einzelne Teilentscheidung sollte nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt reduziert betrachtet werden. Auch hier gehe es um den gesamten Entscheidungsprozess. Zwar birgt jede Entscheidung die Gefahr, eine falsche Entscheidung treffen. Es lohne es sich aber, so Stefan Borst, Berater bei Management Partner, die Chancen zu betrachten, die sich mit einer Entscheidung eröffneten. Selbst wenn die eigentliche Entscheidung oftmals in sekundenschnelle gefällt wird, Entscheidungen sind immer in einen Entscheidungsprozess eingebettet. Es gibt ein Motiv, eine Notwendigkeit für eine Entscheidung. Ihr geht ein Vordenken voraus, und meist folgt eine konkrete Handlung, die die Entscheidung untermauert. „Zukunftsfähige Entscheidungen müssten in diesem Bewusstsein getroffen werden“, sagte Vogl, „wir sprechen von Entscheidungssituationen“, da es um den ganzen Prozess des Entscheidens gehe: Dabei komme es nicht auf die Entscheider allein an, es komme auf alle an! Auch die Vorbereiter und die Beobachter von Entscheidungen, wie etwa die Belegschaft oder auch die Presse, seien wichtig. Gerade in Arbeitsteams oder anderen Organisationen geht es deshalb nicht nur um Fakten. Zahlen allein können und müssen die Wirtschaftlichkeit rechnerisch aufzeigen, in wie weit sie die Akzeptanz eines Vorhabens wiederspiegeln können, ist eine andere Frage. Wenn sie nicht da ist, kann das auf lange Sicht neue Kosten verursachen. Am Ende gehe es bei Entscheidungen um deren Machbarkeit und Umsetzbarkeit – statt nach Lehrbuch gehe es um einen lebendigen Prozess. Entscheidend dafür ist es, Betroffene zu Beteiligten zu machen.

Heraus aus der Komfortzone

In diesem Sinne wurde das Publikum des Abends zum Akteur: Jeder der knapp 100 Teilnehmer wurde selbst zum Netzwerker. Das zeigte sich auch im ungewöhnlichen Setting: Statt klassischer Bestuhlung fanden sich zu Anfang die Gäste auf einem weißen Papphocker wieder. Ganz unter dem Motto „heraus aus der Komfortzone!“ wanderten die Dreier-Teams nach einem Impuls-Vortag im Laufe des Abends bewaffnet mit Papp-Sitz, der gleichzeitig als Notizblock dienen sollte, von einer der sechs sogenannte Dialogrunde zur nächsten. In Form von Diagrammen und Stichworten fand sich hier jeweils ein Einzelaspekt zum Thema Entscheiden näher ausgeführt, der die Gäste zum weiteren Austausch anregen sollte.

07.11.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 22.09.2016 "Licht + Energie 4.0"

Ganzheitliche Lichtplanung und Lichtgestaltung im Lebenszyklus

Carsten Egeler ist Projektleiter Elektrotechnik bei der Ingenieurgesellschaft Hetzel mbH & Co.KG. Der DIN-geprüfte Lichttechniker ist seit 15 Jahren in der Lichtplanung tätig und als Mitglied bei der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e. V. als Gutachter für Beleuchtungsanlagen tätig. Über seine Eindrücke des Seminars „Licht + Energie 4.0 – ganzheitliche Lichtplanung und Lichtgestaltung im Lebenszyklus“ sprach er mit Insa Lüdtke.

HERR EGELER, WIE WAR DIE RESONANZ DER TEILNEHMER? 
Die Rückmeldungen unterstrichen, Licht nicht mehr länger als Beiwerk zu verstehen. Gerade am Arbeitsplatz ist der Zusammenhang zwischen Licht und Effizienz klar belegt. Dass Licht richtig eingesetzt auch zur Erholung anregen kann, war vielen dagegen neu.

Ich denke die Teilnehmer konnten konkrete Beispiele aus der Praxis mitnehmen, wie sie Licht proaktiv und präzise anwenden können. Gleichzeitig war es mir wichtig zu vermitteln, den Einsatz von Licht auch im Hinblick auf die Betriebskosten zu betrachten. Dann relativieren sich die vermeintlich hohen Investitionskosten - ein entscheidender Punkt in der Planungsphase im Hinblick auf die Kommunikation mit dem Bauherrn.

WOHIN GEHT DIE LICHTPLANUNG, GIBT ES TRENDS?
Sicherlich ist hier die „Cirkadiane Beleuchtung“ von wachsender Bedeutung: Leuchten simulieren hier das natürliche Licht mit seiner im Tagesverlauf verändernden Lichtstärke und Lichtfarbe. Gerade in stationären Pflegeheimen ist das eine entscheidende Möglichkeit, den Schlaf-Wach-Rhythmus insbesondere dementer Bewohner zu regulieren und gleichzeitig das Pflegepersonal zu entlasten. Im Hinblick auf den demografischen Wandel ist das sicherlich ob für Architekten oder Fachingenieure ein Themenfeld von wachsender Bedeutung. Genauso kann man dies etwa in Arbeits- oder auch Wartebereichen einsetzen – also überall wo eine gute entspannte Atmosphäre wichtig ist. Spannend wird es, wenn man Licht- und Akustikplanung ganzheitlich angeht – hier werde ich mich jetzt noch weiter einarbeiten.

WIE WAR DER ROLLENWECHSEL FÜR SIE, ALS REFERENT VOR IHREN KOLLEGEN AUFZUTRETEN?
Das war, denke ich, für beide Seiten kein Thema. Uns gegenseitig – ob intern oder extern im Kontakt mit Auftraggebern - anzuregen, ist gelebter Alltag und Teil unserer Unternehmenskultur. Gerade im Hinblick auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen von Projekten für Zyklu5 verstehen wir uns im doppelten Sinne als offenes Netzwerk auf Augenhöhe.

24.08.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 23.06.2016 "Kostensteuerung und Änderungsmanagement"

Eckhard Keilbach, Geschäftsführer Kubus360 GmbH, ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständigter für Baupreisermittlung und Abrechnung im Hoch- und Ingenieurbau für die IHK Stuttgart und als Dozent tätig. Im Nachgang seines Seminars „Kostensteuerung und Änderungsmanagement“ sprach Insa Lüdtke mit ihm über seine Eindrücke.

HERR KEILBACH, VOM ENTWURF BIS ZUR REALISIERUNG EINES PROJEKTES IST ES EIN LANGER WEG. IST DER UNMITTEBARE EINFLUSS JEDER PLANUNGSENTSCHEIDUNG AUF DIE KOSTENENTWICKLUNG FÜR DEN EINZELNEN PLANER STETS IM ALLTAG ERSICHTLICH? 
Leider nein – um ehrlich zu sein, erleben wir aber auch auf Bauherrenseite oftmals ein unzureichendes Bewusstsein für die finanziellen Auswirkungen innerhalb des Planungsprozesses.

Aber zurück zu Ihrer Frage: Als Auftragnehmer müssen wir uns einfach immer wieder über unsere Rolle, unsere Verantwortung und über das unternehmerische Risiko einer Planung im Klaren sein. Hier gilt es, der wachsenden Komplexität besonnen zu begegnen.

WIE KANN DAS GERADE BEI DER ZUNEHMENDEN BAUGEBLEITENDEN PLANUNG GELINGEN?
Ich empfehle, sich gerade am Anfang ausreichend Zeit zu nehmen, anstatt vorschnell Ergebnisse zu liefern – sonst wird am falschen Ende gespart.

Zu Beginn eines Projektes ist die Einflussnahme am größten, im Laufe der Planungs- und Bauzeit nimmt sie immer weiter ab. Anders gesagt: Die gleiche Änderung zu einem späten Zeitpunkt kostet viel mehr, als wenn man die Entscheidung schon früher getroffen hätte. Es geht also darum, einerseits wichtige Parameter möglichst früh festzulegen und gleichzeitig Stellschrauben einzuplanen, die es punktuell erlauben, offen und flexibel zu bleiben.

Dieser Balanceakt ist nicht nur eine planerische Thematik sondern eine Managementaufgabe, es geht um proaktives Führen im Projekt. Wir stellen mehr und mehr fest, dass eine kontinuierliche und transparente Kommunikation mit dem Bauherrn und den Projektpartnern entscheidend dafür ist, um die wachsende Zahl an Entscheidungen im Laufe des Prozesses vorausschauend abwägen und im Idealfall einvernehmlich treffen zu können. Dann gibt es auch im Fall von Nachträgen weniger Konfliktpotential.

WIE WAR DIE RESONANZ DER TEILNEHMER?
Für den einen oder anderen gab es sicherlich einen Aha-Effekt. Es ist einfach bedauerlich, dass die Hochschulen diese Zusammenhänge nicht ausreichend vermitteln. Planung, Gestaltung und Kostenmanagement sind aus meiner Sicht kein Widerspruch – im Gegenteil, nur die integrierte Planung im Lebenszyklus hat Zukunft!

27.07.2016

Feedback-Interview zum Workshop "Kommunikation im Projekt" am 13. + 14.07.2016

Kirsten Ecke ist Professorin an der Musikhochschule in Freiburg und u. a. als zertifizierter Coach tätig.

Im Nachgang ihres Seminars „Kommunikation im Projekt“ sprach Insa Lüdtke mit ihr über ihre Eindrücke.

FRAU ECKE, WIE WAR DIE RESONANZ DER TEILNEHMER?
Sehr gut, sie zeigten wie schon im letzten Jahr wieder großes Interesse im Hinblick auf eine gute Kommunikation im Projekt und wollten die Chance nutzen, in einem geschützten Rahmen, neue Lösungswege für Konfliktsituationen aus ihrem Arbeitsalltag zu erproben.

WO LIEGT AUS IHRER SICHT DER SCHWERPUNKT IM HINBLICK AUF DIE KOMMUNKATION IM PROJEKT?
Egal auf welcher Seite – letztlich befinden sich in Projektteams alle immer in einer Mittlersituation ob im Hinblick auf den Bauherrn oder intern gegenüber dem Projektleiter oder der Führungsebene. Da gilt es, auf mehreren Ebenen diplomatisch und weitsichtig zu agieren.
Fachliche Aspekte stehen dabei weniger im Fokus. Vielmehr geht es um Augenhöhe und Wertschätzung. Und nicht zu vergessen ist, dass es um langfristige Bindungen geht, Bauvorhaben umfassen oftmals ja mehrere Jahre. Es geht also darum, wie ich meine Interessen angemessen vertreten kann, ohne es mir auf lange Sicht zu verscherzen.

Deshalb ist es mir wichtig, mich mit meinem Input zu Beginn des Trainings knapp zu halten und für die Teilnehmer ausreichend Zeit einzuräumen, sich in authentischen Situationen in kleinen Gruppen praktisch auszuprobieren, was ich dann individuell begleite. Das Präsentieren steht dabei nicht im Fokus, das würde weiteren Stress auslösen und wäre ein anderes Thema! Mir geht es hier um das Erlernen von Selbstführung und parallel dazu um Gesprächsführung.

SIE UNTERRICHTEN AN DER MUSIKHOCHSCHULE – SEHEN SIE PARALLELEN ZWISCHEN MUSIK UND BAUEN?
Wie Musiker erlebe ich auch Architekten und Planer sehr engagiert, sie sind mit viel Herzblut bei der Sache. Das macht Teamarbeit nicht immer leicht, denn es fällt umso schwerer eine gesunde Distanz zum eigenen Anteil im Projekt zu halten. Wie beim Orchester geht es beim Planen und Bauen zwar auch um die Einzelleistung, aber letztlich ist das Ergebnis eben Teamwork. Unsere Empfindlichkeiten haben wir ja alle. Da ist es gut, wenn ich mir immer wieder bewusstmache, dass 6/7 auf der Beziehungsebene stattfindet – ob bei der Orchesterprobe oder in der Projektbesprechung.

19.07.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 16.06.2016 "HOAI 2013 - verschenkte Honoraransprüche oder ungerechtfertigte Honorarforderungen"

Werner Seifert ist Architekt und öffentlich bestellter und vereidigter Honorarsachverständigter sowie Fachautor und Referent. Im Nachgang seines Seminars „HOAI 2013 – verschenkte Honoraransprüche oder ungerechtfertigte Honorarforderungen“ sprach Insa Lüdtke mit ihm über seine Eindrücke.

 

HERR SEIFERT, DIE HOAI SOLL ALS REGELWERK KLARHEIT IM HINBLICK AUF DIE HONORIERUNG VON PLANUNGSLEISTUNGEN SCHAFFEN. WO HAKT ES IN DER PRAXIS?
Dass Bauherrn und Planer über die Honorarhöhe verhandeln, war immer schon so und ist innerhalb der Grenzen der HOAI auch zulässig. Die HOAI ist deshalb eigentlich kein Preisrecht sondern eher ein Preiskontrollrecht: Anhand der HOAI kann überprüft werden, ob das verhandelte und vereinbarte Honorar der Höhe nach zulässig ist oder nicht. Architekten denken oftmals allerdings erst dann über die Zulässigkeit der Honorarhöhe nach, wenn etwas nicht nach Plan läuft – etwa wenn es zu Bauzeitverlängerungen kommt und der Architekt in die Haftung genommen wird.

DAS KLINGT NACH „WORST-CASE-SZENARIO“ ABSEITS VOM ALLTAGSGESCHÄFT. WIESO SOLLTEN DIESE FRAGEN DEN EINZELNEN PLANER INTERESSIEREN?
Es geht um eine ganzheitliche Betrachtung und das Bewusstsein aller an der Planung Beteiligter, dass jeder Planungsschritt – gerade bei Umplanungen – auch Konsequenzen im Hinblick auf das Honorar haben kann. Hier gilt es, sich rechtzeitig und proaktiv die Berechnungsparameter genauer anzuschauen, und so spätere Honorarstreitigkeiten zu vermeiden. Die HOAI ist als Verordnung mit Gesetzescharakter Rechtsmaterie. Deshalb fällt Architekten der Umgang damit häufig schwer und sie verschenken hier häufig viel Geld. Aber auch Juristen mögen die HOAI häufig nicht, da ihnen im Allgemeinen der Sachverstand für die praktische Anwendung der HOAI fehlt.

APROPOS PRAXIS, WAS KÖNNEN DIE TEILNEHMER VOM SEMINAR MITNEHMEN?
Die HOAI ist ein komplexes Thema. Insofern ist es wichtig die Lücke zwischen Rechtsmaterie und Sachfragen zu schließen. Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen habe ich versucht, die Teilnehmer für die rechtliche Bedeutung der HOAI und die Anwendung der verschiedenen Vorschriften zu sensibilisieren, die man gegebenenfalls durchaus auch unterschiedlich auslegen kann. Letztlich ist die HOAI eben eine Klaviatur, auf der man zu spielen lernen muss, um Fehler bei der Honorarvereinbarung und -abrechnung zu vermeiden.

14.06.2016

2. Netzwerkabend 2016

„Fabrik als Herz des Unternehmens“

Anforderungen an die Effizienz von Warenstromflüssen wachsen, Prozesslayouts passen sich den volatilen Marktzyklen an. Was bedeutet das für die Industrieimmobilie und ihre technische Ausrüstung? Dieser Fragestellung gingen die beiden Referenten, Thomas Hetzel, Mitbegründer der auf Immobilien und Technik spezialisierten Unternehmensberatung Zyklu5 GmbH und Christopher Dröge, Leanmanagementberater bei der Unternehmensberatung Festool Engineering GmbH in ihrem interaktiven Vortrag nach.

Ihr gemeinsames Plädoyer war es, die Planung von Produktionsabläufen mit der baulichen und technischen Gebäudeplanung zusammenzubringen. „Oftmals stellen wir fest, dass hier ganz unterschiedliche Sprachen gesprochen werden“, betonte Dröge. Wichtig sei es gerade im Sinne der Kosteneffizienz eines Projekts, sich von Anfang an, an einen Tisch zu setzen und die Kundenbedürfnisse von beiden Seiten zu beleuchten und dann gemeinsam die Lösungen zu entwickeln. Wie in anderen Assetklassen auch, so Hetzel, werde von Auftraggeberseite her den immobilienwirtschaftlichen Zahlen oftmals kaum Bedeutung zugemessen. „Diese Themen fallen eben nicht ins Kerngeschäft,“ erklärt sich Hetzel die geringe Beachtung der teilweise erheblichen Kosten, die im Lebenszyklus einer Immobilie entstehen können. Er empfiehlt, statt eine Immobilie zu verwalten, sie aktiv zu managen: So können Machbarkeitsstudien Transparenz schaffen als Grundlage für eine unternehmerische Entscheidung im Hinblick auf eine anstehende Investition.
Unternehmensimmobilien sind flexibel und attraktiv

Aufgrund der Digitalisierung werden sich in der Zukunft die Arbeitswelten und damit auch der Flächenbedarf von Unternehmen ändern. Gewerbeimmobilien müssen immer flexibler und multifunktionaler ausgelegt sein. Das Bild von der dunklen Industriehalle sei überholt, „wir sprechen von Unternehmensimmobilien“, sagte Sandra Schwendner, Projektmanagerin beim Entwickler und Bestandshalter BEOS AG. Hierbei handele es sich um ein sehr junges Segment mit erheblichen Wachstumspotenzialen, erläuterte Dr. Dominic de Vries, BEOS AG, Standortleiter Stuttgart. Unternehmensimmobilien bieten Firmen die Möglichkeit, ihre Arbeitsflächen verschieden zu gestalten und zu nutzen: Büro-, Produktions-, Lager-, Logistik-, Service- und Freiflächen können modulartig zusammengestellt werden. „Auf diese Weise erhalten Nutzer immer genau die Flächen, die sie für einen effektiven Arbeitsprozess benötigen,“ so de Vries.

Produktion wird sauberer und kompakter

Markus Knab, Leiter Geschäftsbereich Industrie- und Logistikimmobilien, Ellwangen & Geiger konnte den wachsenden Druck am Markt bestätigen. Gerade in Metropolregionen wie im Raum Stuttgart seien für Industrieunternehmen oftmals zu wenig Flächen vorhanden, um weiter expandieren zu können. Er ergänzte, dass die Produktion immer sauberer und kompakter werde und in die Stadt gehen sollte. „Hier sind die Kommunen gefragt“, so Knab, „diese Entwicklung proaktiv zu steuern und geeignete Flächen auszuweisen.“ Patrick Rickenbrot, Leiter Hochbauamt Neckarsulm, stellte das Thema über rein ökonomische Interessen in den Kontext der baulichen Qualität. „Schließlich geht es um Lebensqualität – drinnen für die Mitarbeiter der Produktion als auch draußen für die Anrainer im Umfeld,“ so der studierte Architekt. Dr. Martin Menrath, selbstständiger Berater und Experte für Lean Operations Management und Gastdozent an der TU Berlin beschrieb seine Vision von der Fabrik der Zukunft als „Herz des Unternehmens: Sie ist attraktiver Begegnungsraum für Mitarbeiter und zugleich Showroom für Kunden - mit Tageslicht und weißem Boden.“

360Akademie e. V.
Die 360Akademie ist eine Kooperation der Unternehmen Elektroplan mbH, Ingenieurgesellschaft Hetzel mbH & Co. KG und Kubus360 GmbH. Zielsetzung der 360Akademie ist es, den insgesamt rund 100 Mitarbeitern sowie Kunden und Geschäftspartnern und externen Teilnehmern eine Plattform für die Weiterbildung in allen Lebenszyklusphasen der Immobilie zur Verfügung zu stellen.


Kontakt:
Insa Lüdtke
Strategie + Kommunikation
T 030 88 94 93 41
M 0172 36 72 565
E luedtke@360akademie.de
W www.360akademie.de

360AKADEMIE e. V.
Vogelrainstr. 25
70199 Stuttgart

 

08.06.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 28.04.2016 "Grundzüge des privaten Baurechts"

Ulrich Eix ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei Menold Bezler, Stuttgart.

Ulrich Eix ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei Menold Bezler, seine Schwerpunkte liegen im privaten Baurecht, Architekten- und Ingenieurrecht sowie in der Prozessführung insb. bei Großbauvorhaben. Er ist Lehrbeauftragter an der DHBW für Bau- und Architektenrecht mit der Fachrichtung Immobilienwirtschaft sowie ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift IBR (Immobilien- und Baurecht). Im Nachgang seines Seminars „Grundzüge des privaten Baurechts“ sprach Insa Lüdtke mit ihm über seine Eindrücke.

HERR EIX, "PRIVATES BAURECHT" KLINGT NACH EINEM RECHTLICHEN NEBENSCHAUPLATZ...? 
Tatsächlich führt die Begrifflichkeit leicht in die Irre. Das private Baurecht ist ein essentieller juristischer Bereich, wenn es ums Bauen geht und beschreibt die Abgrenzung zum „öffentlichen“ Baurecht. Das private Baurecht regelt die vertraglichen Beziehungen zwischen den primär Baubeteiligten – also zwischen Bauherr und denjenigen, welche das Bauwerk planen und ausführen wie z. B. Projektsteuerern, Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmen.

DAS KLINGT KOMPLEX, WORUM GEHT ES GENAU?
Mit der Vertragsgestaltung geht es zunächst um eine Rollenklärung: Als Generalübernehmer, Generalunternehmer oder „einfachem“ Auftragnehmer habe ich unterschiedliche Interessen – und es gibt unterschiedliche Arten der Leistungsbeschreibung und damit einhergehend Risiken für Planer und Auftraggeber.

Darüber hinaus geht es um eine vorausschauende proaktive Steuerung des Projektverlaufs. Bei allem Planungsrisiko geht es letztlich immer um ein Höchstmaß an Projektsicherheit – eine Sicherheit, die zu Beginn der Planungsphase anders definiert werden muss als wenn fertige Leistungsverzeichnisse existieren. Eine Kernfrage ist deshalb, zu Beginn das richtige Maß und eine angemessene Form der Leistungsbeschreibung zu finden.

WAS KÖNNEN DIE TEILNEHMERR JETZT IN DIE PRAXIS MITNEHMEN?
Anhand von konkreten Praxisbeispielen habe ich versucht, bei den Teilnehmern eine Sensibilität zu wecken für das Kleingedruckte, um vertragliche Schwachstellen zu identifizieren und zum anderen um Gestaltungsspielräume aufzuzeigen und wie man sie nutzt.

So sollte man als Planer oder Bauherrenvertreter wenigstens ein Gefühl für die Rechtslage bekommen und ist selbst in der Lage zu erkennen, wo sich eine Problemkonstellation ergeben könnte. Trotz der unterschiedlichen Interessen und Perspektiven: Letztlich geht es am Ende für alle Beteiligten ja um ein erfolgreiches Projekt!

02.05.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 17.03./21.04.2016 "Bewusste Sprache - bewusst im Dialog"

Brigitte Moosbrugger ist Unternehmensberaterin und zertifizierte Moderatorin für Dialogprozesse in Anlehnung an das Dialogprojekt des MIT (Massachusetts Institute of Technology). Sie ist Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Vorarlberg.

Brigitte Moosbrugger ist Unternehmensberaterin und zertifizierte Moderatorin für Dialogprozesse. Im Nachgang ihres Seminars „Bewusste Sprache – bewusst im Dialog“ sprach Insa Lüdtke mit ihr über ihre Eindrücke.

FRAU MOOSBRUGGER, IHR SEMINAR WAR AUF ZWEI TAGE IM ABSTAND EINES MONATS ANGELEGT, WARUM?
Menschen sind sehr stabil in ihrem Verhalten. Die eigenen Muster – meist ein Leben lang „antrainiert“ - wahrzunehmen und zu reflektieren sind zwei entscheidende Schritte auf dem Weg zu bewusster Sprache. Es beginnt damit ein Prozess, in dem ich mit jedem weiteren Erkennen und dem Wunsch nach Veränderung meine gewohnten Wege verlasse. Das braucht immer wieder Impulse, ein Hinschauen und natürlich Zeit! Ich mache sehr gute Erfahrungen damit, das Seminar in mehreren Sequenzen anzubieten, damit zwischen den Terminen nachgespürt, beobachtet und ausprobiert werden kann. Im nächsten Teil reflektieren wir dann das Erlebte gemeinsam und knüpfen daran an. Und: Es ist immer wieder erfreulich von ersten Erfolgen zu hören, wenn das „Dialogische“ in den Alltag integriert wird. Ein Teilnehmer konnte im zweiten Teil davon berichten: Statt gleich zur Agenda überzugehen, erkundigte er sich als Sitzungsleiter zunächst bei jedem, wie es ihm gerade geht. Dieser persönliche Einstieg in den wöchentlichen Jour-fixe hat sich positiv auf die Atmosphäre und das Ergebnis der Besprechung ausgewirkt.

IM UMKEHRSCHLUSS: IM ZWEIFEL AUCH MAL UNANGENEHME ZEITGENOSSEN INS HERZ SCHLIESSEN, UND ALLES WIRD GUT? Es kommt immer auf die Situation an. Manchmal reicht das aus, manchmal braucht es jedoch mehr – ein klares Gespräch respektvoller, wertschätzender Art. Es geht darum, eine Person ganz anzunehmen, so wie er oder sie ist – realistisch und ohne zu verklären. Auch dann, wenn wir nicht derselben Ansicht sind. Sich so auf Augenhöhe begegnen zu können ist ja letztlich eine Sehnsucht von uns allen. Das gelingt im Alltag nicht immer so wie wir uns das wünschen. Es gibt Situationen, die Klartext erfordern: klar sagen, wie ich etwas empfinde, wie ich es möchte, und konkrete erfüllbare Bitten äußern. Im Kurs haben wir uns anhand persönlicher Beispiele mit Bewertungen, Ärger und Konflikten beschäftigt, die Dynamiken aufgezeigt, die dahinter liegen und Konflikt- bzw. Feedbackgespräche in dialogischer Haltung geübt. Letztlich geht es im Seminar darum, in einem geschützten Raum Erfahrungen zu machen, unsere Wahlmöglichkeiten zu entdecken und für das echte Leben beweglicher zu werden.

IM FOKUS DES SEMINARS STAND DIE SPRACHE. WELCHE ROLLE SPIELTE DER KÖRPER?
Körperübungen sind auch wichtige Teile des Seminars. Der Körper ist unmittelbarer Resonanzraum unserer Emotionen, über körperliche Wahrnehmungen können wir viel über uns selbst erfahren. Zum Beispiel waren im Rahmen einer Übung unterschiedliche Formen von Widerstand erlebbar. Der Kontakt mit dem eigenen Körper stärkt die eigene Präsenz – eine gute Voraussetzung der dialogischen Begegnung.

07.03.2016

Feedback-Interview zum Seminar am 18.02.2016 "Dokumentation in der Leistungsphase 8"

EINDEUTIGES FAZIT: AM ANFANG DIE ZEIT NEHMEN, UND BEIDE SEITEN WERDEN PROFITIEREN!

Peter Frenzel, Geschäftsführer der Baulog GmbH in Münster, war kürzlich Referent für das Seminar zum Thema „Dokumentation in der Leistungsphase 8“. Insa Lüdtke sprach mit ihm im Nachgang.

HERR FRENZEL, WO STEHEN PLANER UND BAUHERRN IN DER PRAXIS IM HINBLICK AUF DIE LEISTUNGSPHASE 8 - DOKUMENTATION? 
Leider findet in der Praxis das Thema Dokumentation, weder beim Bauherren noch beim Planer, rechtzeitig Beachtung. Bauherrn sollten immer mehr erkennen, welchen Wert die Dokumentation für den Betrieb ihrer Immobilie hat. Die Investition dafür ist auf den Lebenszyklus der Immobilie bezogen, verschwindend gering. Um eine ihren Ansprüchen genügende Dokumentation zu erhalten, müssen schon in der Planung geeignete Vorgaben gemacht und vor allem eingehalten werden.

Immer wieder stellen wir fest, dass Planer ihre eigenen Strukturen ungern anpassen wollen und Vorgaben von Bauherrn ignorieren. Die Planer haben also oftmals die Wichtigkeit der Parameter für eine solide Dokumentation nicht ernsthaft auf dem Schirm. Dabei sollte das Thema gerade auch von Seiten der Planung von Beginn an – spätestens beim Erstellen der Leistungsverzeichnisse – aufgebaut und eingebunden sein. Strukturierte Vorgehensweisen erleichtern schließlich im weiteren Verlauf des Projektes die eigene Arbeit wesentlich.

WARUM WIRD ES HÄUFIG STIEFMÜTTERLICH BEHANDELT?
Auch von den Teilnehmern jetzt kam als häufig genanntes Kernargument, dass der Fokus meist konkret in der Planung gesehen werde und einfach die Zeit fehle. Dabei kann der gesamte Planungsprozess selbst an vielen Stellen profitieren, dafür ist keine Spezialsoftware nötig. Wenn die CAD-Strukturen von Anfang an entsprechend aufgebaut sind, lassen sich während der Planung ohne Mehraufwand Auswertungen vornehmen, Massen und Mengen ermitteln. Darüber hinaus ist die sinnvolle Strukturierung ein wichtiges Instrument für das Qualitätsmanagement der Planung.

ALS AUSBLICK – WELCHE ANSÄTZE SEHEN SIE, WIE DIE LEISTUNGSPHASE 8 VON DER LAST MEHR ZUR LUST WERDEN KANN FÜR PLANER UND BAUHERRN?
Zur Lust wird es wohl nie – aber weniger zur Last gerade auch in der Planungsphase. Das Sprichwort: „Man hat keine Zeit den Zaun zu reparieren, da man ständig befasst ist, die Kühe einzusammeln,“ bewahrheitet sich in diesem Bereich leider viel zu oft. Eindeutiges Fazit: Bauherr und Planer müssen sich zu Projektbeginn jeweils die Zeit nehmen, von der Sie dann gemeinsam im Projektverlauf mehrfach profitieren werden!

26.01.2016

1. Netzwerkabend 2016 / Neujahrsempfang

Und plötzlich macht es KLICK!

Über das Handwerk der Kreativität und wie wir zu Neuem kommen

Kreativ kann jeder! Kreativ – das ist man oder ist es nicht. Kreativ sind Genies und Designer mit Hornbrillen. Stimmt das? Der 1. Netzwerkabend 2016 war zugleich auch Neujahrsempfang der 360Akademie und stand ganz im Zeichen des Neuen und wie wir dazu kommen.

Mit der Frage, wie neue Ideen in unseren Kopf kommen, hat sich der Wissenschaftsjournalist Bas Kast (43) auf den Weg gemacht und selbst nachgeforscht. In seinem interaktiven Vortrag angelehnt an sein aktuelles Buch „Und plötzlich macht es klick!“ hinterfragte der Wissenschaftsjournalist Phänomene im Bereich der menschlichen Wahrnehmung und gab konkrete Werkzeuge an die Hand, um die ganz individuelle Kreativität zu entdecken. Die gute Nachricht: Kreativität ist nicht vermeintlichen Genies vorbehalten. Jeder kann aktiv dazu beitragen, sein Leben mit mehr Kreativität zu bereichern.


Routinen brechen und Entspannung zulassen

Unser Alltag besteht zu über 90 Prozent aus Routine. Das heißt, das Gehirn kann in der Regel auf bewährte Verschaltungen zurückgreifen, um im Alltag zu bestehen. Als fester Rahmen ist Routine sogar sehr geeignet, um Kreativität zu entfachen. Ein Weg zu mehr Kreativität ist es aber, bewährte Abläufe zu brechen und damit das Gehirn von Zeit zu Zeit zu irritieren und so andere Hirnregionen zu aktivieren. Studien zeigen: Nach solchen „Schocks“ denken wir tatsächlich flexibler. Entgegen der Vermutung, Konzentration sei eine weitere Strategie zu mehr Kreativität, klärte Kast die rund hundert Zuhörer mit einer gegenteiligen Erkenntnis aus der aktuellen Forschung auf: Obwohl Konzentration zweifellos nützlich sein kann beim Problemlösen, verengt es gleichzeitig unseren Blick. „Wenn wir feststecken oder keinen Anfang für eine neue Idee finden, kommt es darauf an, sich für das vermeintlich Nebensächliche und für das Unerwartete zu öffnen“, so der mehrfach ausgezeichnete Autor. Für eine kreative Einsicht hilft das Gegenteil von Konzentration: Entspannung! Zum Beispiel mit einer Pause. Sie sollte man als kreative Quelle regelmäßig in den Arbeitsprozess einbauen, so der Rat an das Publikum. Abschalten könne schon damit beginnen, bewusst zu gewissen Zeiten offline zu sein. Letztlich gibt es kein Patentrezept - Kreativität ist ein Prozess, der sich unter verschiedenen Voraussetzungen vollziehen kann. Ein erster Schritt ist es, Neues überhaupt einzukalkulieren und sich auf erste, zunächst verrückt erscheinende Ansätze einzulassen. Ein weiterer Faktor für mehr Kreativität ist der Raum selbst, wenn er ungezwungene Begegnungen und Austausch ermöglicht – ob in atmosphärischem Ambiente oder ganz nüchtern einfach im Flur zum Fahrstuhl oder zur zentralgelegenen Toilette.

Begeisterung als Triebfeder für Neues

Wer eine kreative Idee gefunden hat, steht vor der Herausforderung der Umsetzung. „Begeisterung ist eine entscheidende Triebfeder für Kreativität gerade im Arbeitsleben“, sagte Simone Martinetz. Die studierte Psychologin arbeitet beim Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart in der angewandten Forschung: „Begeisterung für das Neue wie etwa auch beim lebenslangen Lernen ist ansteckend!“ Erarbeitetes Wissen kann auch verloren gehen, etwa wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. So wird eine hohe Fluktuation normalerweise zum Kostentreiber - nicht bei der Unternehmensberatung Oscar GmbH. Mit 300% ist hier der Wechsel von Mitarbeitern Normalität und wird sogar als Erfolgsfaktor genutzt: „Neue Mitarbeiter finden sich in immer wieder neuen Teams zusammen, so entstehen jeweils ganz neue Konstellationen von Erfahrungen und Erkenntnissen“, erzählte Philipp Becker, Geschäftsführer bei Oscar. Eine strukturierte und selbsterklärende Dokumentation hält das wachsende Wissen im Haus und verschafft wiederum neuen Mitarbeitern den reibungslosen Einstieg als solide Basis, um jenseits fester Routinen frei und kreativ ins nächste Projekt einzusteigen.

 

360Akademie e. V.
Die 360Akademie ist eine Kooperation der Unternehmen Elektroplan mbH, Ingenieurgesellschaft Hetzel mbH & Co. KG und Kubus360 GmbH. Zielsetzung der 360Akademie ist es, den insgesamt rund 100 Mitarbeitern sowie Kunden und Geschäftspartnern und externen Teilnehmern eine Plattform für die Weiterbildung in allen Lebenszyklusphasen der Immobilie zur Verfügung zu stellen.


Kontakt:
Insa Lüdtke
Strategie + Kommunikation
T 030 88 94 93 41
M 0172 36 72 565
E luedtke@360akademie.de
W www.360akademie.de


360AKADEMIE e. V.
Vogelrainstr. 25
70199 Stuttgart

Vereinsvorstand:
Dipl.-Ing. (FH) Eckhard Keilbach
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Hetzel
Registergericht: Amtsgericht Stuttgart
Registernummer: VR721591

28.10.2015

3. Netzwerkabend 2015

Immobilien bewegen in die Zukunft

Ausgezeichnet: Ideenwettbewerb „Jeder will alt werden, keiner will alt wohnen!“

Wie sieht lebenswertes und bezahlbares Wohnen in einer alternden Gesellschaft aus? Wie können Städte altersgerechter werden? Und wo braucht es Innovation seitens der Immobilienwirtschaft? Antworten auf diese Fragen gab es beim 3. Netzwerkabend Ende Oktober im Rahmen der 360Akademie.

Mit seinem Impulsvortrag stellte Eckhard Keilbach, Vorsitzender des 360Akademie e. V. dar, dass die wesentlichen Kosten im Lebenszyklus einer Immobilie in der Betriebsphase zu erwarten sind und sie ein Mehrfaches der Entwicklungs- und Realisierungskosten betragen. „Deshalb ist die Bedarfsklärung zu Beginn eines Projektes so wichtig“ betonte Keilbach. In der Diskussion im Nachgang stellte Hans-Peter Allmendinger, Inhaber des Ingenieurbüros Elektroplan und Mitbegründer der 360Akademie dar, dass die technische Infrastruktur einer Immobilie von Beginn an vorgehalten werden muss, um den Aufwand für künftige Anpassungen zu minimieren. Thomas Wendt, Geschäftsführer der Innovationsberatung Inno-Focus Businessconsulting, sieht im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit und Flexibilität für die Immobilienwirtschaft Potentiale in der Dynamik benachbarter Branchen. Wenn etwa intelligente Leuchten, Nutzeranforderungen erkennen können, könne dies Eingriffe in die bauliche Struktur unnötig machen.

Konkrete Ansätze für innovative Ideen für das Wohnen und Leben einer alternden Gesellschaft wurden im 2. Teil des Abends im Rahmen der Preisverleihung des Ideenwettbewerbs „Jeder will alt werden, keiner will alt wohnen!“ gewürdigt. KUBUS360 war über die Open-Innovation-Plattform Innovationskraftwerk.de der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ Ideensucher zum Thema.

Konzept „Barrierefreie Innenstadt“ überzeugt die Jury

Das Siegerprojekt „Barrierefreie Innenstadt“ hatte Jürgen Herwig, Bürgermeister der Stadt Hessisch Lichtenau, zunächst sogar gegen interne Widerstände initiiert. Auf einer Länge von rund 750 Metern wurde bisher zum Beispiel ein barrierefreier Streifen ausgebaut, über den alle Menschen die zentralen Stellen in der Innenstadt gut erreichen können. Der zweite Preis ging an das Vorhaben „Erdgeschosse für Senioren“ von Harry Mühl vom Haus und Grund, Bruchsal. Dieser pragmatische Ansatz soll mit minimalem Aufwand älteren Menschen den Verbleib in der häuslichen Umgebung ermöglichen. Das Produkt „neocon – Nachbarschaftshilfe 2.0“ entwickelt von Dr. Thomas Frenken, CEO der oldntec GmbH aus Oldenburg, soll mit niederschwelliger Technik die gegenseitige Unterstützung von Mensch zu Mensch stärken. Das Projekt „WohnWerkstatt im Dorf“ initiiert von Dr. Hartmut Wolter, Geschäftsführer des Freie Altenarbeit Göttingen e.V., erhielt den Sonderpreis mit Fokus auf nachhaltigem Bauen. Cathrin Dietz ist Architektin und Mitglied der Unternehmensleitung der KUBUS360 GmbH sagte: „Wir bei Kubus360 suchen nach neuen, zeitgemäßen Konzepten und denken hier im Lebenszyklus von Immobilien – der nachhaltige Umgang mit Bestandsimmobilien ist das Thema der Stunde! Bei der Siegeridee des Sonderpreises hat uns zudem überzeugt, die Nutzer selbst bei der Entwicklung geeigneter Raumkonzepte aktiv zu beteiligen.“

360Akademie e. V.
Die 360Akademie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Unternehmen Kubus360 GmbH, Ingenieurgesellschaft Hetzel mbH & Co. KG und Elektroplan mbH. Zielsetzung der Akademie ist es, den insgesamt rund 100 Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern sowie externen Teilnehmern eine Plattform für die Weiterbildung in allen Lebenszyklusphasen der Immobilie zur Verfügung zu stellen.

Kontakt:
360Akademie e.V.
Insa Lüdtke
Strategie + Kommunikation
Vogelrainstraße 25
70199 Stuttgart

Telefon: 0711/ 66 48 15 99
Fax: 0711/ 66 48 15 80
E-Mail: mail@360akademie.de

 

13.05.2015

Jeder will alt werden, keiner will alt wohnen!

Ideenwettbewerb als Impulsgeber für die 360Akademie

Wie sieht lebenswertes und bezahlbares Wohnen in einer alternden Gesellschaft aus? Mitte Mai startet im Sinne der Schwarmintelligenz ein Online-Ideenwettbewerb, bei dem Visionen für lebenslanges Wohnen sind gefragt sind - zukunftsfähige, innovative und nachhaltige Ideen, die Antworten auf die zentrale Frage geben. Wie sieht altersgerechtes und lebenswertes Wohnen in einer alternden Gesellschaft aus?

Um die beste Idee des Ideenwettbewerbs zur Umsetzung zu bringen, arbeiten die Initiatoren des Innovationskraftwerks, die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Innovationsberatung inno-focus businessconsulting, mit dem Stuttgarter Unternehmen Kubus360 GmbH zusammen. Kubus360 unterstützt den Ideenwettbewerb als Ideensucher und begleitet den Prozess mit fachlicher Expertise. Kubus360 ist Mitinitiator der 360Akademie und arbeitet ganzheitlich in allen Phasen des gesamten Lebenszyklus einer Immobilie – von der Projektidee über Finanzierung, Planung und Umsetzung bis zum Betrieb. Cathrin Dietz ist Architektin und in der Unternehmensleitung von Kubus360 tätig. Sie betont: „Wir glauben daran, dass die Frage, wie wir im Alter wohnen wollen, viele Menschen bewegt und wir über den Ideenwettbewerb neue Ansätze und Denkanstöße finden können.“

Über eine Online-Plattform können sich Interessenten registrieren und ihre Ideen bis 29. Juni einreichen.

Unter dem Motto „Perspektive2036“ wird sich die 360Akademie im kommenden Jahr den demografischen Wandel als Jahresleitthema setzen. Auftakt in das Themenfeld wird schon am 28. Oktober die 3. Netzwerkveranstaltung der 360Akademie mit der Preisverleihung des Ideenwettbewerbs sein.